Bild: Nebel über den Virunga-Vulkanen in Ruanda

Gorilla-Trekking: Uganda oder Ruanda?

Preis, Anreise, Gelände und Erlebnis im direkten Vergleich, damit Sie das Land wählen, das zu Ihnen passt.

Redaktion Uganda Gorilla Trekking
8 Min. Lesezeit

Beide Länder bieten Begegnungen mit denselben Berggorillas, und beide machen es gut. Trotzdem sind die Reisen sehr unterschiedlich. Ruanda ist kompakt und schnell erreichbar, dafür teuer. Uganda ist günstiger, abwechslungsreicher und wilder, verlangt aber längere Fahrten.

Die richtige Wahl hängt davon ab, wie viel Zeit Sie haben, was Sie sonst noch sehen möchten und wie Sie Ihr Budget verteilen wollen. Unser Vergleich hilft bei der Entscheidung.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

UgandaRuanda
PermitUSD 800USD 1'500
ParksBwindi (vier Sektoren), MgahingaVolcanoes-Nationalpark
Habituierte FamilienRund zwanzigRund ein Dutzend
Anreise ab Flughafen8 bis 10 Std. ab Entebbe, Inlandflug möglichGut 2 Std. ab Kigali
GeländeDichter Regenwald, oft steil und zugewachsenBambus und Vulkanflanken, etwas offener
Weitere PrimatenSchimpansen, Goldmeerkatzen, Habituation ExperienceGoldmeerkatzen, Schimpansen im Nyungwe
Safari mit GrosswildQueen Elizabeth, Murchison FallsAkagera
Visum für SchweizerE-Visum oder East Africa Tourist VisaVisum bei Ankunft oder online, East Africa Tourist Visa

Die Erfahrung in Zahlen

Uganda (Bwindi)Ruanda (Volcanoes)
Höhe der Trekkings1'500 bis 2'600 m2'500 bis 3'500 m
Typische Dauer2 bis 6 Stunden, teils mehr1 bis 5 Stunden
GeländeSteile Täler, dichter WaldVulkanflanken, Bambus
Nächster FlughafenEntebbe (8 bis 10 Std.) oder Kigali (4 bis 5 Std.)Kigali (gut 2 Std.)
InlandflügeNach Kihihi oder KisoroNicht nötig
Weitere HighlightsSchimpansen, Savanne, Nil, Lake BunyonyiGoldmeerkatzen, Dian-Fossey-Grab, Kigali

In Ruanda liegen die Gorillafamilien höher, was die Luft dünner und die Nächte kälter macht. In Uganda ist das Gelände häufig steiler und dichter. Beides ist mit normaler Kondition gut zu schaffen.

Kosten: mehr als nur das Permit

Der Unterschied beim Permit beträgt USD 700 pro Person und Trekking. Für zwei Personen mit je zwei Trekkings sind das USD 2'800, ein erheblicher Betrag. In Uganda fallen dafür mehr Fahrtage an, was Fahrzeug, Guide und zusätzliche Übernachtungen kostet.

Faustregel: Für ein einzelnes Trekking in einer kurzen Reise ist Ruanda wegen der kurzen Wege oft nur wenig teurer als Uganda. Je länger die Reise und je mehr Trekkings, desto deutlicher spricht der Preis für Uganda. Wer ohnehin Schimpansen und eine Savannensafari einplant, reist in Uganda fast immer günstiger. Eine Beispielrechnung finden Sie im Ratgeber Reisekosten.

Kosten im direkten Beispiel

Ein Paar, das zwei Gorilla-Trekkings plant, bezahlt in Uganda für die Permits zusammen USD 3'200, in Ruanda USD 6'000. Die Differenz von USD 2'800 entspricht mehreren Nächten in einer guten Lodge oder einer Verlängerung um Schimpansen und Safari. Für ein einzelnes Trekking in einer kurzen Reise ab Kigali fällt der Unterschied kleiner aus, weil die Anfahrt nach Uganda länger ist und ein zusätzlicher Reisetag nötig sein kann. Wir rechnen Ihnen beide Varianten gerne in einer Offerte vor, mit allen Posten nebeneinander, damit Sie fair vergleichen können.

Anreise und Zeitbedarf

Hier liegt Ruandas grösster Vorteil. Vom Flughafen Kigali bis Musanze am Rand des Volcanoes-Nationalparks fahren Sie gut zwei Stunden auf guter Strasse. Ein Gorilla-Trekking lässt sich deshalb in zwei bis drei Tagen einplanen.

In Uganda liegt Bwindi acht bis zehn Stunden von Entebbe entfernt. Es gibt aber zwei Abkürzungen: einen Inlandflug nach Kihihi oder Kisoro, oder die Anreise über Kigali. Von dort erreichen Sie die südlichen Bwindi-Sektoren und Mgahinga in vier bis fünf Stunden. Genau dafür haben wir Reisen ab Kigali zusammengestellt, die ruandische Bequemlichkeit mit ugandischen Permitpreisen verbinden.

Visum und Grenzen

Schweizer Staatsangehörige brauchen für beide Länder ein Visum. Wer Uganda und Ruanda kombiniert, fährt mit dem East Africa Tourist Visa am besten: Es gilt 90 Tage für Uganda, Ruanda und Kenia und erlaubt mehrere Grenzübertritte zwischen diesen Ländern. Beantragt wird es im Land der ersten Einreise. Mehr unter Visum für Uganda.

Die Grenzübergänge Cyanika (bei Kisoro) und Katuna (bei Kabale) liegen günstig für Gorilla-Reisen. Der Übertritt dauert meist 30 bis 60 Minuten.

Das Erlebnis im Wald

Die Gorillas sind in beiden Ländern dieselbe Unterart, und die Regeln sind nahezu identisch: höchstens acht Gäste, eine Stunde, sieben Meter Abstand. Unterschiedlich ist die Umgebung.

Im Volcanoes-Nationalpark führen die Wege oft zuerst durch Felder und dann in Bambus- und Hagenia-Wald an den Vulkanflanken. Die Sicht ist häufig etwas besser, das Licht heller. In Bwindi befinden Sie sich in echtem, dichtem Regenwald mit tiefen Tälern. Das Trekking ist urtümlicher und oft anstrengender, die Stimmung unter dem Blätterdach eindrücklich.

Nur Uganda bietet die Gorilla Habituation Experience mit vier Stunden bei einer Familie. Und nur in Uganda lassen sich Gorillas, Schimpansen in Kibale und eine klassische Savannensafari auf einer Route verbinden.

Unterkünfte

Ruanda hat in den letzten Jahren stark in Luxuslodges investiert; am Volcanoes-Nationalpark stehen einige der exklusivsten Häuser Afrikas mit entsprechenden Preisen. Einfache und mittlere Unterkünfte gibt es in Musanze.

In Uganda ist die Auswahl breiter gestreut: In jedem Bwindi-Sektor gibt es einfache Gemeinde-Camps, gute Mittelklasse-Lodges und einige Luxushäuser. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist in der Mittelklasse deutlich besser als in Ruanda.

Lage, Zimmer und Ausstattung jeder Unterkunft finden Sie in unserer Lodge-Übersicht.

Sicherheit und Reisekomfort

Ruanda gilt als besonders gut organisiert: sauber, sicher, mit sehr guten Strassen. Uganda ist lebhafter und ursprünglicher, die Strassen sind langsamer, und die Infrastruktur in den Parks ist einfacher. Für Reisende, die zum ersten Mal in Afrika sind, kann Ruanda deshalb der sanftere Einstieg sein.

Beide Länder sind für Touristen gut bereisbar. Lesen Sie vor der Reise die aktuellen Reisehinweise des EDA für beide Länder, besonders wenn Ihre Route nahe an der Grenze zum Kongo verläuft. Mehr im Blog: Wie sicher ist eine Reise nach Uganda?

Nachhaltigkeit und Gemeinden

Beide Länder teilen einen Teil der Einnahmen aus dem Gorilla-Tourismus mit den Gemeinden rund um die Parks. In Ruanda fliesst ein fester Prozentsatz der Parkeinnahmen in Gemeindeprojekte, in Uganda geht ein Anteil der Parkgebühren sowie ein fixer Betrag pro Gorilla-Permit an die Nachbargemeinden. In beiden Ländern hat dieses Modell dazu beigetragen, dass die Gorillabestände wachsen.

Wer seine Reise so plant, dass möglichst viel Geld in der Region bleibt, etwa durch gemeindegeführte Unterkünfte, lokale Träger und Kulturprogramme, verstärkt diesen Effekt, egal in welchem Land.

Dian Fossey und die Geschichte der Virungas

Die amerikanische Primatenforscherin Dian Fossey lebte und forschte ab 1967 im ruandischen Teil der Virungas. Ihr Buch «Gorillas im Nebel» und der gleichnamige Film machten die Berggorillas weltweit bekannt. Fossey wurde 1985 in ihrer Forschungsstation ermordet und liegt neben ihren Gorillas begraben. Eine Wanderung zu ihrem Grab ist heute eine beliebte Aktivität im Volcanoes-Nationalpark.

In Uganda ist die Geschichte weniger bekannt, aber nicht weniger wichtig: Die Gründung von Bwindi und Mgahinga als Nationalparks im Jahr 1991 und der Beginn des Gorilla-Tourismus 1993 legten die Grundlage dafür, dass heute mehr Berggorillas in Uganda leben als in jedem anderen Land.

Drei Beispielrouten

  • Kurz und günstig: Kigali – Rushaga (Bwindi) – Kigali in drei Tagen. Ugandisches Permit, kurze Anfahrt.
  • Zwei Länder, zwei Trekkings: Kigali – Volcanoes-Nationalpark (Ruanda) – Mgahinga – Rushaga (Uganda) – Kigali, siehe 7 Tage: Gorilla-Trekking in Uganda und Ruanda. Sie erleben die Virungas von beiden Seiten.
  • Uganda ausführlich: Entebbe – Kibale – Queen Elizabeth – Bwindi – Lake Bunyonyi – Kigali. Gorillas, Schimpansen und Safari, mit Heimflug ab Kigali.

Unsere Empfehlung

  • Wenig Zeit, ein Trekking, Budget zweitrangig: Ruanda, oder eine unserer kurzen Reisen ab Kigali nach Uganda.
  • Zwei Trekkings oder Habituation Experience: Uganda, idealerweise Rushaga und Mgahinga.
  • Gorillas plus Schimpansen plus Safari: Uganda, mit zehn bis vierzehn Tagen.
  • Kombination mit Tansania oder Kenia: Anreise über Kigali und die Gorillas in Uganda oder Ruanda, je nach Budget.

Sie sind unsicher? Beschreiben Sie uns in der Anfrage, was Ihnen wichtig ist. Wir sagen Ihnen offen, welches Land besser passt, auch wenn es nicht Uganda ist.

Wer wenig Zeit hat, Komfort liebt und das Budget nicht fürchtet, ist in Ruanda gut aufgehoben. Wer mehr Zeit hat, mehrere Primaten sehen möchte oder beim Permit sparen will, reist nach Uganda. Und wer sich nicht entscheiden kann, verbindet beide Länder. Für die Gorillas spielt es keine Rolle, auf welcher Seite der Grenze Sie sie besuchen: In beiden Fällen tragen Sie zu ihrem Schutz bei.

Häufige Fragen

Ist Gorilla-Trekking in Ruanda einfacher als in Uganda?

Häufig ja, weil das Gelände an den Vulkanflanken offener ist. Die Dauer hängt aber in beiden Ländern davon ab, wo sich die Familie an diesem Tag aufhält.

Kann ich Uganda und Ruanda kombinieren?

Ja, sehr gut. Mit dem East Africa Tourist Visa reisen Sie mehrfach zwischen Uganda, Ruanda und Kenia hin und her. Die Grenze bei Cyanika liegt nahe bei Mgahinga und Rushaga.

Sind die Gorillas in beiden Ländern dieselben?

Ja, es ist dieselbe Unterart. Die Tiere in Mgahinga und im Volcanoes-Nationalpark gehören sogar zur selben Population der Virunga-Vulkane.

Wo ist die Chance, Gorillas zu sehen, grösser?

In beiden Ländern liegt sie bei weit über 95 Prozent, weil Fährtenleser die Familien täglich begleiten.

Kann ich an einem Tag in beiden Ländern Gorillas sehen?

Nein. Jedes Trekking dauert einen halben bis ganzen Tag, und die Parks liegen zwei bis drei Stunden auseinander.

Sind die Lodges in Ruanda besser?

Im Luxussegment gibt es in Ruanda mehr Auswahl. In der Mittelklasse ist Uganda oft gleichwertig und günstiger.

Welches Land ist für Kinder besser geeignet?

Für Gorillas gilt in beiden Ländern das Mindestalter 15. Für jüngere Kinder bietet Uganda mit Safari, Bootsfahrten und Seen mehr Programm.

Wo ist die Anreise aus der Schweiz einfacher?

Beide Länder sind mit einem Umsteigen erreichbar. Kigali ist für die Gorillas näher, Entebbe für eine Rundreise durch Uganda besser.

So entsteht dieser Ratgeber

Wir planen Gorilla- und Primatenreisen in Uganda und arbeiten täglich mit den Permits, Sektoren und Regeln der Uganda Wildlife Authority (UWA). Tarife, Zeiten und Vorschriften prüfen wir bei jeder Aktualisierung an der offiziellen Quelle. Für Einreise, Gesundheit und Sicherheit verweisen wir auf die zuständigen Stellen: die Reisehinweise des EDA, Ihre reisemedizinische Beratungsstelle oder Ihren Hausarzt und die Einreisebehörde Ugandas.

Stimmt etwas nicht mehr oder fehlt Ihnen eine Information? Schreiben Sie uns über das Kontaktformular, wir passen die Seite an.

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