Bild: Trekkinggruppe auf einem Steg im Bwindi-Wald

Packliste für das Gorilla-Trekking

Was Sie im Regenwald wirklich brauchen, was Sie zu Hause lassen können und woran viele zu spät denken.

Redaktion Uganda Gorilla Trekking
8 Min. Lesezeit

Beim Gorilla-Trekking zählt nicht die neueste Ausrüstung, sondern die richtige. Sie gehen durch dichten, oft nassen Wald, über Wurzeln und Schlamm, zwischen Brennnesseln und Dornen hindurch. Wer die Füsse trocken und die Arme bedeckt hat, geniesst die Stunde bei den Gorillas mehr.

Die gute Nachricht für Wanderer aus der Schweiz: Vieles haben Sie wahrscheinlich schon im Schrank. Unsere Liste zeigt, was mitmuss, was praktisch ist und was Sie getrost zu Hause lassen.

Für den Trekkingtag

  • Wasserdichte, eingelaufene Wanderschuhe mit gutem Profil, knöchelhoch
  • Gamaschen oder lange Socken, in die Sie die Hosen stecken
  • Lange, robuste Wanderhose, am besten schnelltrocknend
  • Langärmliges Oberteil, das vor Nesseln und Mücken schützt
  • Leichte, atmungsaktive Regenjacke
  • Gartenhandschuhe oder robuste Arbeitshandschuhe
  • Kleiner Tagesrucksack mit Regenhülle
  • Mindestens zwei Liter Wasser und ein Lunchpaket
  • Energieriegel oder Nüsse
  • Hut oder Mütze, je nach Wetter
  • Mückenschutzmittel
  • Kamera ohne Blitz und Ersatzakkus

Wanderstöcke erhalten Sie meist am Parkeingang, oft handgeschnitzt aus dem Dorf. Einen Träger können Sie vor Ort für rund USD 20 bis 25 engagieren. Er trägt Ihren Rucksack, reicht Ihnen an steilen Stellen die Hand und verdient damit ein wichtiges Einkommen.

Die richtigen Schuhe: worauf es ankommt

Die Schuhe sind das wichtigste Ausrüstungsstück. Ideal sind knöchelhohe Wanderschuhe mit wasserdichter Membran und einer griffigen, nicht zu harten Sohle. Im Schlamm von Bwindi bieten grobe Profile den besten Halt. Neue Schuhe sollten Sie mindestens fünf bis sechs Wanderungen vor der Reise tragen.

Manche Gäste schwören auf Gummistiefel, wie sie die Ranger tragen. Sie halten die Füsse sicher trocken, bieten aber weniger Halt an steilen Hängen. Für die meisten Reisenden sind gute Wanderschuhe mit Gamaschen die bessere Wahl. Nehmen Sie ein zweites Paar leichter Schuhe für die Lodge und die Fahrten mit.

Was der Träger für Sie trägt

Ihr Träger trägt Ihren Tagesrucksack mit Wasser, Lunch, Regenjacke und Kamera-Zubehör. Die Kamera selbst behalten Sie am besten griffbereit bei sich, in einer kleinen Hüfttasche oder am Tragegurt. Packen Sie den Rucksack so, dass Sie an Wasser und Regenjacke kommen, ohne alles auszuräumen. Der Träger reicht Ihnen, was Sie brauchen, und hilft an steilen Stellen mit einer stützenden Hand.

Kleidung für die ganze Reise

Uganda ist tagsüber warm, in den Bergen aber morgens und abends kühl. Denken Sie in Schichten, wie bei einer Wanderung in den Alpen im Herbst:

  • Zwei bis drei Wanderhosen und mehrere T-Shirts aus schnelltrocknendem Material
  • Ein Fleece oder eine leichte Daunenjacke für kühle Abende in Bwindi und Mgahinga
  • Bequeme Kleidung und leichte Schuhe für die Lodge
  • Neutrale Farben wie Khaki, Oliv oder Braun für Pirschfahrten; Dunkelblau und Schwarz ziehen Tsetsefliegen an
  • Badebekleidung, falls die Lodge einen Pool hat
  • Ein Tuch oder Schal gegen Staub auf den Pisten

Die meisten Lodges bieten einen Wäscheservice an. Sie müssen also nicht für jeden Tag ein frisches Outfit einpacken. Beachten Sie aber, dass manche Lodges aus kulturellen Gründen keine Unterwäsche waschen; ein Beutel mit Reisewaschmittel hilft.

Kleidung im Schichtprinzip

Am Trekkingmorgen ist es oft nur 12 bis 15 Grad, nach einer Stunde Aufstieg schwitzen Sie. Bewährt hat sich das Zwiebelprinzip: ein atmungsaktives langärmliges Shirt als Basis, darüber ein leichtes Fleece, das Sie ausziehen und in den Rucksack stecken, und eine Regenjacke für Schauer. Baumwolle trocknet schlecht und ist im Regenwald unangenehm.

Die Hose sollte robust sein, denn Dornen und Äste greifen hart zu. Leichte Softshell- oder Trekkinghosen mit engem Gewebe sind ideal. Leggings oder Jeans sind ungeeignet: Die einen reissen, die anderen werden nass schwer.

Frauen, Männer, Kinder: kleine Unterschiede

Die Grundausrüstung ist für alle gleich. Frauen sollten Hygieneartikel in ausreichender Menge mitbringen, da die Auswahl ausserhalb von Kampala begrenzt ist, und im Tagesrucksack einen kleinen Beutel für den Abfall haben, denn auf dem Trekking gibt es keine Toiletten. Für Jugendliche, die zum ersten Mal trekken, lohnen sich gut eingelaufene Schuhe besonders: Blasen verderben den Tag schneller als der steilste Hang.

Gepäck für die Safari-Etappen

Kombinieren Sie die Gorillas mit Kibale, Queen Elizabeth oder Murchison Falls, ändert sich die Ausrüstung. In der Savanne ist es heiss und staubig: Leichte Kleidung in neutralen Farben, ein breitkrempiger Hut, eine Sonnenbrille und ein Tuch gegen Staub sind hier wichtiger als Regenjacke und Handschuhe. Ein Fernglas ist auf Pirschfahrten unverzichtbar; teilen Sie sich lieber eines weniger als ganz darauf zu verzichten.

Für die Bootsfahrten auf dem Kazinga-Kanal und dem Nil lohnen sich Sonnenschutz und ein leichter Pullover, denn auf dem Wasser weht oft ein kühler Wind.

Kamera und Technik

  • Kamera mit Zoomobjektiv, ideal im Bereich von etwa 24 bis 200 Millimetern
  • Ersatzakkus und grosse Speicherkarten, in der Lodge wird teils nur abends Strom erzeugt
  • Regenhülle oder Plastiksack für die Kamera
  • Adapter für Steckdosen vom Typ G (britischer Standard), Schweizer Stecker passen nicht
  • Powerbank für lange Fahrtage
  • Fernglas für Vögel und Tiere in der Savanne

Tipps zu Einstellungen und Objektiven finden Sie im Blog: Gorillas fotografieren. Drohnen sind in den Nationalparks ohne besondere Bewilligung verboten.

Dokumente und Geld

  • Reisepass, mindestens sechs Monate gültig
  • Ausgedrucktes Visum oder Genehmigungsschreiben
  • Internationaler Impfausweis mit Gelbfieberimpfung
  • Kopien aller Dokumente, getrennt aufbewahrt, und digital
  • Versicherungsnachweis mit Notfallnummer
  • US-Dollar in kleinen Noten für Trinkgelder, gedruckt ab 2013 und unbeschädigt
  • Kreditkarte für grössere Beträge in Lodges und Städten

Schweizer Franken werden in Uganda kaum gewechselt. Nehmen Sie US-Dollar mit oder heben Sie ugandische Schilling am Bancomaten in Kampala oder Entebbe ab. Mehr dazu unter Trinkgeld in Uganda.

Die Reiseapotheke

Welche Medikamente Sie mitnehmen, besprechen Sie am besten bei der reisemedizinischen Beratung. Eine Grundausstattung finden Sie unter Impfungen und Gesundheit. Persönliche Medikamente gehören immer ins Handgepäck, mit einer Kopie des Rezepts.

Gepäck: weich und leicht

Für Inlandflüge mit kleinen Maschinen ist das Gepäck meist auf rund 15 Kilogramm pro Person begrenzt, inklusive Handgepäck, und muss in einer weichen Tasche verstaut sein. Auch wenn Sie auf der Strasse reisen, ist eine weiche Reisetasche praktischer als ein Hartschalenkoffer: Sie passt besser in den Laderaum des Safarifahrzeugs.

Wer nach der Gorilla-Reise noch am Meer oder in Städten unterwegs ist, kann einen Teil des Gepäcks im Hotel in Entebbe oder Kampala zurücklassen. Fragen Sie uns, wir organisieren das.

Packen für Reisen ab Kigali

Beginnt Ihre Reise in Kigali, gelten dieselben Regeln, mit zwei Ergänzungen: Ruanda verbietet Plastiktüten noch strenger als Uganda, und bei der Einreise wird das Gepäck teilweise kontrolliert. Packen Sie deshalb alles in Stoffbeutel. Zudem überqueren Sie eine Landgrenze; halten Sie Pass, Visum und Impfausweis in einer eigenen Mappe griffbereit, damit Sie an der Grenze nicht im Koffer suchen müssen.

Unser Tipp für alle Reisenden: Legen Sie zwei Wochen vor der Abreise alles auf das Bett, prüfen Sie es anhand dieser Liste und streichen Sie, was doppelt ist. Leichter reisen heisst entspannter reisen.

Was Sie vor Ort kaufen oder leihen können

In Kampala und Entebbe finden Sie Supermärkte mit Sonnencreme, Mückenschutz, Batterien und Snacks. In den Parks und kleinen Städten ist die Auswahl gering. Wanderstöcke werden an den Parkeingängen verliehen oder für wenige Dollar verkauft; oft sind es schöne, handgeschnitzte Stöcke aus dem Dorf. Gamaschen und Regenponchos können in einigen Lodges ausgeliehen werden, verlassen Sie sich aber nicht darauf.

Handgeschnitzte Wanderstöcke, gewobene Körbe und Stoffe sind zudem schöne Souvenirs. Wer sie in den Gemeinden am Parkrand kauft, unterstützt die Menschen direkt.

Nachhaltig packen

Uganda kämpft wie viele Länder mit Plastikabfall. Eine eigene Trinkflasche, die Sie in den Lodges nachfüllen, spart Dutzende Plastikflaschen pro Reise. Viele Lodges bieten gefiltertes Wasser an. Biologisch abbaubares Duschmittel schont die Gewässer rund um die Lodges, die oft über Sickergruben entsorgen.

Wer mehr Platz im Koffer hat, kann Schulmaterial oder Sportsachen für ein Gemeindeprojekt mitbringen. Sprechen Sie das vorher mit uns ab; wir sagen Ihnen, was wirklich gebraucht wird und wo es sinnvoll ankommt.

Was Sie zu Hause lassen können

  • Schwere Bergschuhe mit steifer Sohle: Leichte, wasserdichte Wanderschuhe sind im Regenwald angenehmer.
  • Plastiktüten: Uganda hat dünne Einwegtüten verboten, bei der Einreise können sie beschlagnahmt werden.
  • Tarnkleidung: Sie ist in Uganda Militär und Polizei vorbehalten.
  • Teurer Schmuck.
  • Zu viel Kleidung: Es gibt fast überall einen Wäscheservice.

Häufige Fehler beim Packen

  • Neue, nicht eingelaufene Schuhe: Blasen am ersten Tag verderben die ganze Reise.
  • Nur kurze Hosen: Brennnesseln und Dornen machen das Trekking zur Qual.
  • Kein Regenschutz, weil Trockenzeit ist: Im Regenwald regnet es immer wieder.
  • Zu schweres Gepäck für Inlandflüge: Die Grenze liegt oft bei 15 Kilogramm.
  • Keine kleinen Dollarnoten: Grosse Scheine werden oft nicht gewechselt.

Checkliste zum Ausdrucken

Dokumente

  • Pass (6 Monate gültig)
  • Visum oder Genehmigung (ausgedruckt)
  • Impfausweis mit Gelbfieber
  • Versicherungsnachweis und Notfallnummer
  • Kopien aller Dokumente

Trekking

  • Wanderschuhe
  • Gamaschen
  • Lange Hose
  • Langärmliges Oberteil
  • Regenjacke
  • Handschuhe
  • Tagesrucksack mit Regenhülle
  • Trinkflasche oder Wasserblase
  • Mückenschutz
  • Stirnlampe

Kleidung

  • Fleece oder leichte Daunenjacke
  • Zwei bis drei T-Shirts
  • Bequeme Kleidung für die Lodge
  • Hut und Sonnenbrille
  • Badekleidung

Technik und Kleines

  • Kamera und Ersatzakkus
  • Reiseadapter Typ G
  • Powerbank
  • Fernglas
  • Sonnenschutz
  • Persönliche Medikamente
  • US-Dollar in kleinen Noten

Häufige Fragen

Brauche ich spezielle Trekkingschuhe?

Gute, eingelaufene und wasserdichte Wanderschuhe mit Profil genügen. Wichtig ist, dass sie bequem sind und Halt bieten.

Warum Gartenhandschuhe?

Im Wald halten Sie sich oft an Ästen und Lianen fest. Handschuhe schützen vor Dornen, Brennnesseln und Ameisen.

Wie viel Gepäck darf ich bei Inlandflügen mitnehmen?

Meist rund 15 Kilogramm pro Person in einer weichen Tasche. Die genaue Grenze nennen wir Ihnen mit der Buchung.

Funktionieren Schweizer Stecker in Uganda?

Nein. Uganda nutzt Steckdosen vom Typ G. Nehmen Sie einen Reiseadapter mit.

So entsteht dieser Ratgeber

Wir planen Gorilla- und Primatenreisen in Uganda und arbeiten täglich mit den Permits, Sektoren und Regeln der Uganda Wildlife Authority (UWA). Tarife, Zeiten und Vorschriften prüfen wir bei jeder Aktualisierung an der offiziellen Quelle. Für Einreise, Gesundheit und Sicherheit verweisen wir auf die zuständigen Stellen: die Reisehinweise des EDA, Ihre reisemedizinische Beratungsstelle oder Ihren Hausarzt und die Einreisebehörde Ugandas.

Stimmt etwas nicht mehr oder fehlt Ihnen eine Information? Schreiben Sie uns über das Kontaktformular, wir passen die Seite an.

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